Dietrich II.                                                Graf von Formbach
--------------                                               Graf von Viechtenstein
vor 1070-29.11.1144/45                            Graf von Kreuzenstein
 

Sohn des Grafen Heinrich II. von Formbach und der Adelheid
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
---------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 144
*******************
42. Dietrich II.
-------------------

F. Hausgenealogie unter d); eV.
c 1090 siehe 41
1094 Ende Gründung des Klosters Vornbach Dietricus comes de Formbach siehe 30
(1095) siehe 41
c 1105 Dietrich, der Bruder des Grafen Gebehard, gibt für diesen ein Seelgerät nach Göttweig FRA II 69, 223 f n 84
Graf DietrichVogt von St. Nikola OÖ UB 1, 533 f n 811
(1108 Ranshofen) Dietrich comes bei Herzog Welf II. siehe 30
1109 24/4 Dietricus comes FRA II 33, 1 f n 1
1116 Dietricus comes de Viehtensteine FRA II 33, 3 f n 2
1120 10/2 Ditderihc de Grizansteten (sic statt Grizansteine); Ekkebret de Putine A ö G. 9 (1853), 256
c 1120 Dietricus comes de Viehtenstein ein Seelgerät nach Vornbach OÖ UB 1, 637 n 35
(1121/22) siehe 44; Dietricus comes de Vormbach siehe 35
c 1125 Graf Dietrich und seine Gattin Adelheid verkaufen ihren gesamten Besitz zu Vornbach einschließlich der Burg an das dortige Kloster, udZ. comes Ekkebertus OÖ UB 1, 631 f n 15
c 1130 siehe 43
1135 Greiffenstein Dietricus comes MBR 20 f n 52
1136 (Febr.) Klosterneuburg Dietricus de Crizansteine ... Eckebertus de Putene comites Pez 6 a, 316 n 94;
1136 13/6 siehe 39
1140 21/10  Wels Dietrich comes de Viechtenstein OÖ UB 2, 724 f n 15
1143 6/5 Passau Graf Dietrich Vogt von St. Nikola MB 4, 313 n 8
1144 (April) Nürnberg comes Theodericus MB 31 aa, 406 n 214, Stumpf 3475
IV. (1144 nach 24/11) siehe 39 unter Willebirg
+ (1145) 29/11 Seeon: Dietricus comes Necr. 2, 234
                      Schäftlarn: Dietricus comes Necr. 3, 130
                      Melk: Dietricus comes Necr. 5, 558 (30/11), 561 (29/11)
(1145 nach 29/11 Vornbach Begräbnis Dietrichs) Hallgraf Engilbert beschenkt Vornbach, darunter auch in Gegenwart des Grafen Ekkebert und des Wernhard von Julbach auf Bitten seiner Gattin (Hedwig, Dietrichs Tochter) mit mehreren Zinspflichtigen, die Graf Dietrich lange zu Unrecht besessen hatte OÖ UB 1, 727 n 352.

Gemahlin:
-------------
c 1120 Adelheid (Tochter des Markgrafen Liutpold III. von Österreich)
Die Herkunft der Adelheid verrät das Schäftlarner Nekrolog für Dietrich; dieser stand zu dem Kloster in keinerlei Beziehungen. Doch war das Kloster 5 Jahre vor Dietrichs Tod von dem Bamberger Otto, Bischof von Freising, neu begründet worden. Der Eintrag im Schäftlarner Gedenkbuch kann also nur durch ein verwandtschaftliches Verhältnis zwischen Otto und Dietrich erklärt werden. Adelheid muss dem Bischof sehr nahe gestanden haben, sie muss eine Schwester des Bischofs, Dietrich sein Schwager gewesen sein. Der Name Adelheid war durch Adelheid von Meißen, Gemahlin des Markgrafen Ernst I. in das Haus der BABENBERGER gekommen. Diese Herkunft Adelheids erklärt bei Dietrich den Besitz der österreichischen Herrschaft Kreizenstein, die also Aussteuer der Adelheid war, bei den Julbach-Schaubergern, die durch Adelheids Heirat Kognaten der BABENBERGER wurden, die Erlangung ihrer Teilgrafschaft im Traungau. Eine späte Bestätigung für diesen Zusammenhang ist, dass Markgraf Berthold III. von Hohenburg (siehe Ratpotonen n 35) 1248 Blutsverwandter Kaiser FRIEDRICHS II. genannt wird; er war durch seine Mutter Mathilde, eine Tochter Dietrichs von Wasserburg, Urenkel unserer Adelheid, diese selbst eine Tochter der SALIERIN Agnes, die zuerst an den STAUFER Friedrich I. und dann an den Markgrafen Liutpold III. verheiratet war
Adelheid + 14/6 eines unbekannten Jahres
Melk: Adalheid comitissa Necr. 5, 560.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 47
********************
34. Dietrich
----------------

+ 29.XI.1144/45 (Zahn. Beitr. z. Kunde Steierm. G.Q., II. 1865, S. 7).
Verwandtschaftsbeziehung siehe bei Gerhard;
Vogt von St. Nikola in Passau 1108/27 (Mb. 5. 302);
Graf 1111/16 (fra. II./8. 26/7. 98);
Graf von Viechtenstein (Vichtenstein, Ober-Österreich, Gerichts-Bezirk Engelhartszell) 1116 (Pez SS. rer. austr. II. 302);
Graf von Formbach 1121/22 (fra. II/8. 53/4. 208);
von Grizensteten 10.II. 1122 (Arch. ö.G.Q. 9.256: Kreuzenstein n. Wien, Ger.-Bez. Korneuburg).
Verehelicht mit einer Adelheid (fra. II/8. 46. 189, Mb. 4. 16/7). + 4.XI. (Zahn a.a.O.).
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Moritz  Joseph: Seite 113-122 (1803)
*************
"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Graf Gebhard II. und Graf Dietrich von Viechtenstein, Söhne des Grafen Heinrich II. von Formbach
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
1) Diese 2 Brüder kommen in einer Urkunde miteinander vor und werden ausdrücklich Söhne des Grafen Heinrich genannt.
Diese Urkunde enthält auch unter anderen Zeugen den Grafen Ulrich von Windberg, welcher kein anderer sein kann, als Graf Ulrich II., der Sohn des Grafen Meginhards und Bruder Hermanns I. von Windberg, indem sich außer diesem  kein anderer Ulrich zu dieser Zeit von Windberg schrieb. Nun dieser starb aber im Jahre 1097. Jene Urkunde war also  gewiss vor dem Jahre 1097 ausgefertigt. Dieses beweist zugleich, dass hier von keinem anderen Heinrich die Rede sei, als von dem Grafen Heinrich II., dem Bruder Graf Ekberts I. Was die Ordnung der Zeugen anlangt, ist sie hier ganz  besonders. Die Söhne des Grafen Heinrich II. stehen dem Alter nach und zwar voran, weil sie mit dem Hauptdelegator Eberhard, dem Sohne des Grafen Ekbert I., nähere Verbindung haben; hernach folgen 2 adelige Vasallen oder Gaurichter, einer des Eberhards, nämlich Bernhard von Asche, der andere, nämlich Aribo von Wilhering, als Vasall der Brüder Gebhard und Dietrich; endlich Graf Ulrich von Windberg mit seinem Vasallen dem Arnold von Uffenberg; diese Ordnung wird oft in den Urkunden selbiger Zeit angetroffen.
2) Den Gebhard glaube ich in jenem Graf Gebhard zu finden, welcher in den Bestätigungsurkunden des Stifts St. Niklas von
dem Jahr 1100 und 1111 als Wohltäter dieses Stifts genannt wird. Die Verbindung, die sein VaterGraf Heinrich II. und sein Bruder Dietrich als Advokaten von St. Niklas mit diesem Stifte hatten, berechtigt mich, diesen Graf Gebhard, der gegen selbes wohltätig war, vielmehr für den gegenwärtigen, als für einen anderen Grafen dieses Namens zu halten, weil ich bei keinem eine so nahe Verbindung gewahr werde. Nun in den gemeldeten Bestätigungen werden die Güter der Adeligen, so wie sie von Zeit zu Zeit dahin vermacht wurden, angezeigt, wo nach anderen Wohltätern, nach dem Advokaten Dietrich auch der Graf Gebhard mit dem Gute Schachan oder Schalchen, das er dahin gab, vorkommt. Die Zeit der Schenkung  lässt sich aus den Advokaten Dietrich und aus den nachfolgenden Personen leicht abnehmen; denn da Dietrich erst nach dem Tode seines Vaters, des Grafen Heinrich II. in der schon im Jahre 1074 oder 1076 bestätigten Advokatie von St.Niklas eintreten könnte, da auch nach dem Grafen Gebhard noch 7 andere Wohltäter erwähnt werden und zuletzt bei der Matrone Richinza gesagt wird, dass ihre Schenkung nachher von ihrem Enkel Rapoto bestätigt worden ist: so kann man  sicher schließen, dass die Schenkung des Grafen Gebhard als eine von den ersten unter den dort angeführten, gewiss  wenigstens etliche Jahre vor der Bestätigung, vor 1100 geschehen sei. Hieraus schließe ich auch, dass zwar Graf Gebhard II. seinen Vater überlebt habe, weil er ihm in der Grafschaft, wie sein jüngster Bruder Dietrich in der Advokatie gefolgt ist; aber auch, dass Gebhard frühzeitig gestorben sein müsse, weil schon ums Jahr 1094 Dietrich ein Graf genannt wird, ohne dass sein Bruder Gebhard II. irgend mehr vorkommt.
3) Vom Grafen Dietrich sind sehr viele Urkunden vorhanden. Schon im Jahre 1094 unterschreibt er die Stiftsurkunde von Formbach und wird da nicht nur Graf, sondern auch von Formbach geschrieben. Von dieser Zeit wird er in den Urkunden von St. Niklas beständig Advokat genannt. Er ist in der Advokatie unmittelbar auf seinen Vater, Graf Heinrich II., gefolgt und hat bei deren Übernahme gleich das Gut Ermenreich oder nach anderer Lesart Chromenreich samt einer Mühle bei Preitenprun und vorher schon eine halbe Hube bei Puch dahin geopfert. Die meisten Urkunden von St. Niklas nennen ihn einen Grafen und Advokaten zugleich; andere aber nennen ihn nur allein einen Advokaten. Man wird aber deswegen nicht gezwungen, 2 Dietriche um diese Zeit anzunehmen; denn eine und die nämliche Urkunde nennt ihn im Anfang einen Grafen und Advokaten und im Beschluss nur einen Advokaten. Den Advokaten gebührte in dem ihm anvertrauten Stifte der erste Rang auch vor älteren Grafen.
4) Im Jahre 1116 kommt er in der Bestätigungsurkunde vom Kloster Seittenstetten vor, die zu Passau in der Domkirche St. Stephan geschah. Graf Dietrich von Viechtenstein ist nach der Klerisei der erste Zeug. Im Jahre 1135 fand er sich mit Bischof Regimar von Passau und den Söhnen des Markgrafen Leopold IV. im Schloss Greifenstein in Nieder-Österreich ein. Hier wurde er nur einfach Graf ohne Beinamen genannt; es gab aber damals in Bayern nicht mehr Grafen gleichen Namens und er war auch durch den Grafentitel kenntlich genug gemacht. Im Jahre 1136, am 29. September, fand er sich mit sehr vielen Grafen bei der Kirchweihe des Klosters Neuburg in Nieder-Österreich ein, und wurde ausdrücklich Graf von Greifenstein geschrieben. Es ist kein Zweifel, dass dies nicht das heutzutage nach Passau gehörige Schloss Greifenstein an  der Donau Oberwienerwaldes sei. Graf Dietrich war im Besitz vom Schlosse. Die Passauer Kirche kann dort schon vorher Besitzungen gehabt und hernach das Schloss selbst entweder von diesem Dietrich oder seinen Erben bekommen haben. Graf Dietrich steht in der Urkunde gleich nach dem Markgrafen Otachar, vor allem anderen Grafen und weit vor dem Grafen Ekbert von Pütten; er war also auch älter als dieser. Im Jahre 1140, am 11. Oktober, war er mit Bischof  Reginbert von Passau und Markgraf Otachar in Wels, als die kremsmünsterische Kirche St. Martinsberg eingeweiht, eingemarktet und das Instrument darüber ausgefertigt würde. Den 6. Mai des Jahres 1144 oder vielmehr 1143 wie die Vita Indiction und die Erwähnung des Papstes Innocenz II., welcher im Jahre 1143 am 24. September, starb, zu erkennen geben, unterschrieb sich Graf Dietrich als Advokat zu St. Niklas bei der Bestätigung der Tauschhandlung des Bischofs zu Passau  mit den Chorherren zu St. Niklas. Dies ist die letzte Urkunde, wo er vorkommt. Er starb entweder im Jahre 1144 oder 1145, denn im Jahre 1146 vertritt seine Stelle schon der Engelbert, Hallgraf von Atel, als am 11. November dieses Jahres zu Passau ein Vergleich zwischen dem Erzbischof von Salzburg und dem Abt Wernhard von Formbach wegen der Zehnten zu Gloggnitz vorgenommen wurde.
5) Die Verbindung, die er mit dem Kloster Formbach hatte, zeigt sich besonders aus dem Verkauf des Schlosses Formbach an  dieses Kloster. Dieser geschah noch unter Abt Wirnto, der am 10. März 1127 starb, nachdem er vom Jahre 1109 löblichst regiert hatte. Hierüber haben wir in den formbachischen Urkunden eine doppelte Handlung, die nicht zu gleicher Zeit  geschah, so dass wir die 1. etwa um das Jahr 1122, die 2. um das Jahr 1125 setzen können. Der Graf Dietrich und seine Gemahlin Adelheid delegierten um 30 Talente alles, was sie in Formbach besaßen, zum Kloster, nämlich a) das daselbst  gelegene Schloss und einen Teil des Wittums der Pfarrkirche St. Martin, der ihnen zugehörte und die Äcker, wie sie hin und  wieder zwischen den Kirchenfeldern lagen, und ein Gut, das jenseits des Flusses Inngelegen war, samt einem Dienstmann.  Hernach, da der Abt besorgte oder weil die Zeugen zuwenig oder vielleicht einige davon gestorben waren, so ließ er sich den Kauf neuerdings bestätigen, und durch 8 Zeugen bekräftigen, da das erstemal nur 6 waren. Der 1. Zeuge ist allemal Graf Ekbert II., welches anzeigt, dass er dem Kauf nicht zuwider gewesen ist. Übrigens war zu diesem Verkauf seine Einwilligung als des nächsten männlichen Erben notwendig. Graf Dietrich wird glaublich seinem Vetter,Graf Ekbert II. andere Vorteile überlassen haben, damit er lieber in diesen Verkauf einwilligte.
6) Vom Grafen Dietrich ist noch zu erinnern, dass er sich auch nach dem Verkauf der Schlosses Formbach noch den Beinamen de Formbach beigelegt. So finden wir dieses in 2 Schenkungsurkunden des Erzbischofs Konrad von Salzburg nach Chiemsee vom Jahre 1131 und eine Urkunde von St. Niklas nennt diesen Dietrich zugleich den Grafen von Formbach und Advokaten dieses Stifts. Dies zeigt an, dass Graf Dietrich auf was immer für eine Weise wieder zum Besitz des Schlosses gelangt sei. Dass man hier nicht zwei Grafen Dietrich annehmen könne, beweise ich hauptsächlich aus den Urkunden, wo Graf Ekbert II. ein nepos eben dieses Dietrichs und dieser ein nepos des Grafen Ekbert II. genannt wird und  welche zwischen den Jahren 1132 bis 1144 gegeben sind. Das Wort nepos könnte von beiden nicht wechselseitig gebraucht  werden, wenn sie nicht in gleichen Graden von ihrem Stammvater entfernt gewesen wären. Wenn wir aber zwei Dietriche annehmen, so kommen wir niemals auf gleich Grade hinaus, wir mögen den zweiten Dietrich als einen Sohn des ersten Dietrichs oder als Sohn des Grafen Gebhards II. herleiten. Und doch musste er von einem dieser beiden hergeleitet werden, weil er zugleich Advokat von St. Niklas war; denn die Advokatie von St. Niklas musste selbst nach dem Willen des Stifters bei den Nachkommen des Grafen Heinrichs bleiben. Ferner wäre Graf Dietrich, der das Schloss Formbach verkaufte, von  jenem unterschieden, der hernach Comes Formbachensis genannt wird; so musste notwendig bei dem gemeldeten Verkauf auch die Einwilligung des letzteren erfordert worden sein;  besonders da der Abt Wirnto den Verkauf so sicher stellen wollte, als er konnte; aber dort findet sich kein anderer Dietrich ein, als eben jener, der das Schloss verkaufte. Endlich finde  ich nicht den mindesten Grund, zwei Dietriche des Geschlechtes von Formbach anzunehmen. Ich sehe überall die nämliche Verbindung mit Grafen Ekbert II., die nämliche Gemahlin Adelheid, die nämliche Tochter Hedwig und den nämlichen Besitz des Schlosses Viechtenstein.
7) Seine Gemahlin Adelheid war bei ihrem Gemahl, als er das Schloss Formbach an Abt Wirnto um das Jahr 1125 verkaufte.
Sie gebar ihm eine Tochter Hedwig, Erbin von Viechtenstein, die mit Grafen Engelbert von Hall vermählt wurde.
 
 
 
 

  oo Adelheid von Österreich, Tochter des Markgrafen Leopold III.
              -4.11.
 
 
 
 

Kinder:

  Hedwig von Vichtenstein
          -4.2.1170

  oo Engelbert Graf von Hall und Wasserburg
              -20.9.1161

  Gottfried Mönch
        -23.5.um 1160