Frederunda                                    Äbtissin des Klosters Steterburg
---------------                                  Gräfin von Oelsburg
um 970
16.3.1020 

Einzige Tochter des Grafen Altmann von Oelsburg ( 1000/03) und der Hedwig von Assel, Tochter von Graf Eckhard I.; Schwester von Erzbischof Erkanbald von Mainz ( 17.8.1021) und Cousine von Bischof Bernward von Hildesheim ( 20.11.1022) 

Melverode Geschichte
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Melverode ist älter als 1100 Jahre und gehört somit zu den ältesten Siedlungsplätzen der Region.
Als sogenanntes „-rode“ Dorf in der ersten Hälfte des 9.Jh. entstanden, ist es mindestens so alt wie das ehemalige Dorf Altewiek (heute Magniviertel).
Namensgeber und erster Grundherr von Melverode war möglicherweise ein Graf, mit Vornamen „Meinolf“, welcher nach Beendigung der Sachsen-Kriege; der die Landnahme und die Christianisierung folgten, mit einer „Rodeerlaubnis“ für seine Vasallendienste entlohnt wurde.

Ins Blickfeld der belegten Geschichte rückt Melverode erst, als Ende des 10. Jahrhunderts einer der großen Grundbesitzer in unserer Region, Graf Altmann von Oelsburg (heute ein Ortsteil von Ilsede/Peine) im Besitz der Steterburg (heute Teil von Salzgitter) war. Ohne männlichen Erben geblieben verfügte Graf Altmann, dass im Vorhof der Burg ein Jungfrauenstift eingerichtet werden sollte. Seine Gemahlin Hathewig und seine Tochter Frederunda gründeten daraufhin um das Jahr 1000 ein Kanonissenstift. Frederunda stattete das Stift mit ihrem Erbe aus und wurde dessen erste Äbtissin. Zum Grundbesitz gehörte neben 35 weiteren Orten auch „Meinoluesrode“, das heutige Melverode. Die nicht mehr erhaltene Gründungs-Urkunde von Steterburg wurde aber von König HEINRICH II. am 24. Januar 1007 bestätigt. Damit gehört Melverode zu den 6 Orten (Harxbüttel, Veltenhof, Waggum, Rühme, Stöckheim) auf Braunschweiger Stadtgebiet, die am 24. Januar 2007 auf eine 1000 jährige erste urkundliche Erwähnung zurückblicken können.

Chronik von Rühme
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Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1007

Die urkundlich nachweisbare Geschichte zu Rühme beginnt Anfang des 11. Jahrhunderts. Der Graf Altmann von Oelsburg, mit dem Stammsitz Steterburg, heute ein Stadtteil von Salzgitter, blieb ohne männlichen Erben. Er verfügte, daß im Vorhof seiner Burganlage ein Jungfrauenstift gegründet werden sollte. Seine Gemahlin Hathewig und Tochter Frederunda gründeten um das Jahr 1000 ein Kanonissenstift. Die verwitwete Tochter des Grafen, Frederunda, überschrieb dem Kanonissenstift ihr gesamtes Erbe. Hierzu gehörten sehr viele Dörfer, Wohnflecken und Landbesitz in der lokalen Region. Auch das heutige Rühme mit seiner Feldmark gehörte dazu.

In dem Steterburger Kopialbuch wird am 24.01.1007 das Dorf Rühme unter dem Namen Riudum erstmalig erwähnt und dem neu gegründeten Steterburger Kanonissenstift verpflichtet. Diese Urkunde ist im Original nicht auffindbar. Vorhanden ist eine Abschrift dieser Urkunde in dem Steterburger Kopialbuch aus dem 14. Jahrhundert. Die Urkunde wurde von König HEINRICH II. später Kaiser HEINRICH II. bestätigt. Nochmals bestätigt wird die Nennung der aufgeführten Dörfer, Wohnflecken und der Landbesitz durch die Gründungs-Urkunde für die St.Magni-Kirche im Jahr 1031.

Später sind auch Namen wie Riudun, Rudern oder Riedheim zu finden, welches so viel wie Siedlung im Schilf bedeutet. Gemeint ist das Schilf der Schunter, an deren Ufern die Siedlung lag. Im Jahre 1031 taucht der Name der Siedlung Riudun wieder in einer Urkunde auf. In diesem Jahr wird die Altewiek (Magnisiedlung?) auf der Ostseite der Oker zum ersten Male urkundlich erwähnt. In der Stiftungs-Urkunde ernannte der Bischof Branthago von Halberstadt, die neu gegründete St. Magnikirche zur Pfarrkirche für die Villa Brunesguik und siebzehn ihr benachbarte Ortschaften. Elf dieser Siedlungen mit ihren Filialkirchen sind untergegangen, sechs sind noch vorhanden, es sind die heutigen Ortschaften Veltheim, Wenden, Bienrode, Rühme, Gliesmarode und Rautheim.

Algermissen, Konrad Prof. Dr. (Hg.): Seite 18
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"Bernward und Godehard von Hildesheim. Ihr Leben und Wirken."

Zu Bernwards Verwandten, deren Namen überliefert sind, gehörten unter anderem Folkmar, ein Bruder von Bernwards Mutter, von 977 bis 990 Bischof in Utrecht, desgleichen Rothgardis, eine Schwester der Mutter Bernwards; sie starb am 25. Dezember 1006 als Äbtissin von Hilwartshausen. Väterlicherseits wissen wir von einem Vetter Bernwards, mit Namen Erkanbald, Graf von Ölsburg (bei Peine), der von 997-1011 Abt in Fulda und von April 1011 bis zu seinem Tode (17. August 1021) Erzbischof von Mainz war, und von dessen Schwester Frederunda, Gräfin von Ölsburg, der Stifterin und ersten Äbtissin des vor Braunschweig liegenden Klosters Stederburg (c. 1000); sie starb im Jahr 1020. Auch der spätere Bischof Benno von Meißen, der im Alter von 96 Jahren am 16. Juni 1106 starb, gehörte zur Verwandtschaft Bernwards und trug die Überieferung über ihn, über sein Leben und Wirken vom 11. ins 12. Jahrhundert.

Schölkopf Ruth: Seite 114-115
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"Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22."

Hathwiga, die Gattin des Grafen Altmann, wandelte nämlich in den ersten Jahren der Regierung HEINRICHS II. ihren Stammsitz Oelsburg in ein Chorherrenstift um. Die Stiftungs-Urkunde ist heute nicht mehr vorhanden. Wir können uns nur auf die Nachricht von Heise stützen, der 1747 in einem Aufsatz in den Braunschweiger Anzeigen diese Urkunde, die 1003 ausgestellt worden sein soll, erwähnte. Anlaß der Stiftung soll der Tod ihres Gatten, des Grafen Altmann, gewesen sein, der ihr keine männlichen Erben hinterließ.
Aus beider Ehe ging eine Tochter hervor, die auf der Steterburg, ihrem ererbten Besitz, ein Nonnen-Kloster einrichtete. Die in diesem Kloster verfaßten Annalen bezeichneten sie als Frideruna venerabilis domna, Altmanni comitis filia et Hadewigis de Alsburch [8 Annales Steterburgenses, SS. XVI, Seite 199 ff.]. Da die Annalen nur eine Tochter des Grafen Altmann kennen, besteht Heises Aussage zu recht. Es ist auffällig, daß die Annalen nur Hathwig den Beinamen de Alsburg (Oelsburg) geben. Demnach handelte es sich vermutlich um ihren persönlichen Eigenbesitz und nicht etwa um den ihres Gatten. Friderunas Stiftung erfolgte nach dem Bericht der Annalen post obitum gloriosi principis domini nostri Altmanni comitis et Hadewigis felicis uxoris eius. Frideruna unterstellte das Kloster Bischof Bernward von Hildesheim, der als ihr Kognat bezeichnet wurde. Bernward, qui ut putatur, de eiusdem generositatis prosapia oriundus, erwirkte für das neu gegründete Kloster eine Bestätigungs-Urkunde. Der genaue Grad ihrer Verwandtschaft läßt sich nicht ermitteln. Sie wird vermutlich von der mütterlichen Seite Friderunas herrühren [1 Über Verwandtschaftsbeziehungen vgl. Bollnow, Grafen von Werl, Anhang VI, Seite 85 f.].
Frideruna selbst trat als erste Äbtissin in ihr Kloster ein. Wahrscheinlich blieb sie unvermählt. Vermutlich starb die Familie mit ihr aus, worauf wohl die beiden kurz hintereinander erfolgten Klosterstiftungen hinweisen. Friderunas Todesjahr läßt sich nicht mehr ermitteln [4 Necrol. Hochstift Hildesheim: 16. März: obiit Fritherundis comitissa, mit der sie vielleicht identisch war.].
Ihr Vater starb vor 1003. Vielleicht war er der Altmannus comes, dessen Todestag im Hildesheimer Totenbuch am 20. Oktober notiert wurde. Seine Gattin Hadwig folgte ihm vor 1007 in den Tod, da die Klosterstiftung erst nach deren Tode erfolgte. Friderunas Nachfolgerin wurde nach dem Bericht der Klosterannalen eine Hathewiga, die ihrem Namen nach mit der Stifter-Familie in verwandtschaftlicher Beziehung stand.
 
 
 
 

Literatur:
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Algermissen, Konrad Prof. Dr. (Hg.): Bernward und Godehard von Hildesheim. Ihr Leben und Wirken. Verlagsbuchhandlung August Lax Hildesheim 1960 Seite 18 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Uslar-Gleichen Edmund von: Geschichte der Grafen von Winzenburg Hannover 1895 Seite 114-115 -